Samstag, 8. Dezember 2018

Weihnachtskleid Sew Along (WKSA) Teil 2 - die Entscheidung

Eigentlich hatte ich diese Woche fast gar keine Zeit zum Nähen oder um mir überhaupt Gedanken zu machen, wie es mit dem Weihnachtskleid weiter läuft. Zum Glück gibt es Antrieb von Außen. Die Regeln der WKSA erfordern, dass ich bis morgen meine Entscheidung veröffentlicht habe.
Vielen lieben Dank für eure Kommentare zu meinem letzten Post, die Meinung scheint einhellig zu sein - das Kleid von VikiSews, das ich mit Melanie zusammen nähen werde, wird es sein :)

Ein kleines Update zum UFO: ich habe letztes Wochenende daran gearbeitet und es zu einem fast fertigen Zustand gebracht. Uff, ich mag den Begriff "fast fertig" gar nicht, weil fertig ist es ja nicht :) Aber nicht umsonst heißt mein Blog so. Es war doch noch relativ viel Arbeit nötig: das ganze Futter musste noch genäht und das Kleid auf meine momentane Figur angepasst werden. Der Reißverschluss hinten hat auch noch Arbeit gebraucht. Natürlich habe ich den RV-Bereich hinten nicht verstärkt, weil ich es damals einfach nicht besser wusste :) Deswegen kräuselt der Stoff um den RV noch ein bisschen, was bei so einem Wollstoff durchs Bügeln regelbar ist. Die Ärmel musste ich mit Ärmelfischen verstützen, weil sie bei einem so weichen Material sonst einfach nicht standhalten wollten. "Was fehlt denn noch?" werdet ihr fragen. Es fehlen noch die Handsäume am Rock und an den Ärmeln. Und das schöne Schleifchen an dem Ripsbandgürtel fehlt noch. Nicht viel :)

Jetzt zurück zu dem Kleid von Vikisews: der Progress hält sich bis jetzt in Grenzen. Ich habe das Schnittmuster geplottet und ausgeschnitten. Nach dem ersten Blick habe ich verstanden, dass ich das Kleid etwas verlängern werde. Das ursprüngliche Modell hat eine für mich unangemessene Länge. Ich habe auch meine nicht zu kleinen Stoffbestände durchgesehen und ein paar Stoffstücke gefunden, die von der Farbe und Qualität her zu dem Modell passen. Jedoch sind sie nur ca. 160 cm lang und ich muss noch schauen, ob das für das Schnittmuster reicht.
Bildquelle: vikisews.com
Zunächst muss ein Probekleid genäht werden und ich habe dafür schon einen alten Bettbezug aussortiert. Ein Probekleid bei einem enganliegenden Modell ist für mich ein Muss. An dem werde ich auch beurteilen können, wieviel Länge ich noch dazugeben möchte.

Ein interessanter Fakt ist, dass es einem vom ersten Blick nicht auffällt, dass der seitliche Knopfverschluss bei dem Modell rein dekorativ ist. Das Kleid hat einen nahtverdeckten Reißverschluss hinten. Trotzdem sind die Knöpfe nicht einfach so angenäht, es hat einen halbfertigen Verschluss mit Besatz und Schlitz und hat sogar Knopflöcher. Klingt gar nicht so einfach. Ich bin mal gespannt, wie wir das meistern. Noch zu erwähnen ist, dass das Kleid komplett gefüttert ist - genauso, wie ich es im Winter mag. Insbesondere, wenn man ein Longsleeve drunter trägt, ist ein rutschiges Futter optimal. Das Futter habe ich sogar farblich passend da, die Frage ist wieder, ob es reicht.
Die Knöpfe habe ich noch nicht ausgesucht, aber daran wird es nicht scheitern, denke ich :) Wir sind hier in der Region sehr gut mit Stoffläden ausgestattet. Viel zu gut - das ist nicht gesund für mein Portemonnaie und den Platz in meinem privaten Stofflager.

Hier könnt ihr die anderen Entscheidungen sehen, die seit letztem Sonntag getroffen wurden. Ab morgen fängt die dritte Etappe bei den anderen an - erster Zwischenstand. Mein Bericht zu dem Thema wird wahrscheinlich erst Ende der Woche kommen.

Samstag, 1. Dezember 2018

Weihnachtskleid Sew Along 2018

Die Tradition des WKSA (Weihnachtskleid Sew Along) ist schon ein paar Jahre alt, jedoch habe ich nie teilgenommen. Meine Planungseigenschaften, was das Nähen angeht, halten sich ziemlich in Grenzen. Meist bin ich mit allem einfach zu spät. Unter anderem fällt es mir schwer die Entscheidung zu treffen, was ich eigentlich machen will.

Der diesjährige Bloggertreff hat mich jedoch dazu inspiriert, ein Teil der Community zu sein. Ich probiere es mal aus :) Vielleicht wird am Ende doch was daraus. Letztes Jahr war es so, dass mein eigener WKSA samt Planung 2 Tage gedauert hat. Ich habe entschieden, dieses Kleid zu nähen und habe es dann einfach getan, ohne groß nachzudenken. Diesmal wird es definitiv komplizierter.

Zuerst möchte ich sagen, dass sich Kleider ohne Ärmel oder mit Ärmel aus Spitze bei mir als Weihnachtskleider als unpraktisch erwiesen haben. Es ist doch etwas kühl, und ich trage dann meist einen Poncho oder Cardigan drüber. Damit ist die Schönheit des Kleides schon kaschiert, was ich schade finde. Letztes Jahr hatte ich ein Longsleeve in schwarz unter dem Kleid getragen. Naja... eine Lösung, aber nicht die schönste. Deswegen habe ich entschieden: was auch immer dieses Jahr entsteht, es wird mit Ärmeln geplant.

Idee Nr. 1 ist das Kleid aus Dezember Burda Style des letzten Jahres. Wenn ich mich nicht täusche, hat Sandra von Zufall, wenn's klappt das Kleid letztes Jahr schon genäht. Blöderweise hat Sandra entschieden, dieses Jahr ihren Blog zu schließen. Ich kann gar nicht nachschauen, was ihre Erfahrung war :( Trotzdem mag ich irgendwie die Form des Kleides jetzt sehr und sehe es in schwarzem oder dunkelrotem Samt... Nach dem Stoff habe ich allerdings noch nicht geschaut, und in meinem Stoffvorrat, der mittlerweile extreme Ausmaße angenommen hat, gibt es so etwas nicht.
Bildquelle: burdastyle.ru
Idee Nr. 2 lebt in meinem Kopf schon länger. Allerdings nicht als Weihnachtskleid, sondern als alltagstaugliches Winterkleid. Ich muss sagen, dass unsere Weihnachten nicht so festlich sind und dass ich mich eigentlich in jedem Kleid gut angezogen fühle. Ich möchte ein Kleid aus einem Wollanzugstoff mit einer Knopfleiste vorne und einem Kragen. Als Basis sehe ich dieses SM von Grasser. Die Ärmel müssen auf ganz lang angepasst und mit Manschetten verziert werden. Das Modell erfordert ziemlich viel Stoff, weil der Rock so ausgestellt ist. In meinen Vorräten befinden sich ein paar Stoffstücke, die ich gerne dafür nehmen werde, allerdings bin ich mir nicht sicher, ob die Länge reicht. Auf jeden Fall muss ich zuerst das Probekleid dafür nähen, um die Passform zu prüfen. Das mache ich in der letzter Zeit sehr oft.
Bildquelle: www.grasser.ru
Idee Nr. 3 ist daraus entstanden, dass Melanie von 500 days of sewing russische Schnittmuster einkaufen war :) Ich muss sagen, dass meine Empfehlung vielleicht nicht die kleinste Rolle in dieser Aktion gespielt hat. Ich habe Mel angeboten, dass wir ein Modell zusammen nähen, weil ich es sowieso vorhatte und das Schnittmuster auch bei mir liegen habe. Dieses Kleid ist nicht das Einfachste, werden wir aber mit Sicherheit hinkriegen. Irgendwie sehe ich das Modell für mich in schwarz, genauso wie abgebildet. Passende Stoffe werde ich in meinem Lager bestimmt finden, weil sich der Stoffverbrauch für dieses Kleid in Grenzen hält. Und dass Mel es auch nähen möchte, gibt mir eine Art goldene Peitsche, es auch zu tun :) Und das ist doch ein schönes Kleid, oder? Wird auf jeden Fall noch nach Weihnachten getragen. Ein Probekleid ist für mich auch hier ein Muss. Und auch, weil das Modell ohne Ärmel ist, muss ein passender Rollkragenshirt in einem schön melierten Stoff, z.B. Slubjersey, genäht werden.
Bildquelle: https://vikisews.com
Idee Nr. 4 ist ein langjähriges UFO, das ich neulich im Keller gefunden habe. Ich und UFOs :), da liegen noch ein paar rum. Dieses Kleid habe ich vor drei Jahren angefangen und ich weiß sogar, woran es lag, dass es zum UFO wurde. Ich hatte null Ahnung :) Burda hat vorgeschlagen, das Kleid nur in der oberen Hälfte zu füttern, und ich kam mit der Idee nicht klar. Ich habe mir überlegt, wie ich das Kleid vollgefüttert hinkriege, ohne die Falten vorne auch im Futter machen zu müssen. Und diese Frage blieb unbeantwortet und das Kleid halbfertig. Ich habe das halbfertige Kleid, das an den Seiten nur geheftet wurde, anprobiert und verstanden, dass ich von den Umfängen ein paar cm wegnehmen muss. Das kann ich :) Und mit dem Futter kriege ich es jetzt auch hin, wenn nicht mit dem langen, dann mit dem halblangen, wie es eigentlich vorgeschlagen ist. Ein Unterkleid drunter und weg ist das Problem! Das hat Potenzial zum Weihnachtskleid und zum Zufriedenheitsgefühl, weil: ein UFO weniger! Ist es nicht schön? :)

Und noch eine Idee für Weihnachten, die eigentlich zu allen Kleidern passen wird und mich vor Kälte schützt, ist diese schöne Jacke aus der aktuellen Burda Style. Und der Stoff in einem schönen Schwarzweißmuster, das mich an etwas französisches erinnert, liegt schon parat. Ob ich es zeitlich noch schaffe, kann ich im Moment nicht sagen. Die letzten Jahre haben bewiesen, dass ich mich oft überschätze.
Bildquelle: burdastyle.ru

Ich verlinke gerne diesen Post auf MMM und bin hiermit ein Teil der WKSA Community

Samstag, 11. August 2018

Asja von VikiSews

Ein Kleid mit solchen Ärmelchen wollte ich schon seit Langem haben. Leider haben die Schnittmustermagazine mir dafür nur eine bescheidene Auswahl geboten. Die Ärmelvolants sind schon sein ein paar Jahren ein Modetrend, doch haben mich die bis jetzt angebotenen Modelle nicht so richtig überzeugt.
Ich muss an dieser Stelle ein paar Worte zu meiner Einstellung bezüglich Indieschnittmuster schreiben. Ich glaube, ich kann mich immer noch in die Gruppe derjenigen einordnen, die gerne die Schnitte aus den Magazinen vernähen. Ab und zu findet man in meinem Schrank Teile von Pattydoo, ich liebe die Einfachheit ihrer Schnitte. Noch seltener trifft man etwas von den anderen Indielabels. Warum ist es so? Eigentlich ist die Tendenz in der modernen deutschen Nähcommunity ganz umgekehrt: man beschreibt die Anleitungen in den Magazinen als knapp und unverständlich. Dafür zahlt man lieber ein paar Euro mehr und bekommt eine schön beschriebenem bebilderte Anleitung. Ich habe aber mehrmals erlebt, dass ich Schnittmuster gekauft habe, die meiner Meinung nach nicht optimal konstruiert wurden. Manchmal hat auch die angebotene Bearbeitung nicht mit dem überein gestimmt, was ich so aus Nähtechnologiebüchern kenne. Es gibt wohl nicht wenige Indieschnittmusteranbieter, die sehr professionelle Schnitte herstellen und auch selbst sehr professionell und gebildet sind. Nur kann ich sie von den Amateuren auf den ersten Blick schwer unterscheiden. Deswegen gehe ich normalerweise auf Nummer sicher und vernähe doch einen Schnitt von Burda oder Grasser.

VikiSews ist ein Indieschnittmusterlabel aus Russland. Ich bin auf Empfehlung von Julia aka SewingGalaxy darauf gekommen. Nach dem Anschauen der kostenlosen Videoanleitung zu dem Kleid habe ich mich entschieden, den Schnitt auszuprobieren. Die Schnitte von VikiSews sehen alle so unglaublich feminin aus... Und so ein Midi-Kleid mit einer Knopfleiste hat in meinem Kleiderschrank bis jetzt definitiv gefehlt. Kosten tut dieser Schnitt fast gar nichts, wenn man die Preise z.B. mit amerikanischen Anbietern vergleicht. Nachteil für den deutschen Sprachraum: alles ist auf Russisch. Genauso wie bei Grasser. Sie müssen meiner Meinung nach dringend daran arbeiten, weil sie sich auf der internationalen Szene definitiv auch gut behaupten würden.

Der dünne Baumwollstoff ohne Elastan mit einer satinierten Oberfläche lag schon in meinem Schrank. Den habe ich, wie auch viele andere dieses Jahr, bei Karstadt ergattert, als sie eine Neulieferung im Frühling hatten. Der Stoff ist sehr leicht, dabei aber nicht durchsichtig, was ihn für dieses Modell gut qualifiziert hat. Das Kleid wird mit Belegen und ohne Futter verarbeitet.

Auch dieses Kleid habe ich entschieden ohne Probekleid direkt zu nähen. Ich habe am Schnittmuster grob gemessen und entschieden, dass es passen wird. Wahrscheinlich habe ich beim Messen einen Fehler gemacht, weil ich bei einer ziemlich späten Anprobe verstanden habe, dass das Kleid mir untenrum zu eng ist. Die Nahttaschen saßen viel zu weit hinten und waren von daher absolut überflüssig. Ich habe mich in so einem engen Rock aus so einem dünnen Material nicht wohlgefühlt. Nach der kurzen schlaflosen Nacht :) habe ich entschieden, beim Karstadt mehr Stoff zu holen und den Rock zu ersetzen. Zu meinem Glück war der Stoff noch da.

Später habe ich bemerkt, dass die Größentabelle von VikiSews den Hüftumfang von 98 cm für meine Größe 40 vorsieht. Das sind 4 cm weniger als ich habe, und dadurch dass der Rock schon so schmal geschnitten ist, lag die Breite nicht in meinem Komfortbereich. Ich hätte den Rock eigentlich in Gr. 42 zuschneiden müssen, also mindestens 4 cm breiter. Selbst schuld.

Das Auftrennen war ärgerlich, aber ging ziemlich zügig. Ich habe entschieden, die Nahttaschen komplett wegzulassen. Auch an einem breiteren Rock sind sie komisch positioniert und für meinen Geschmack nicht so praktisch. Die Taschenbeutel müssen auch ständig beim Anziehen nach vorne gerichtet werden, da sie unter dem Rock verklumpen.

Der neue Rock, den ich insgesamt 6 cm in der Hüfte breiter gemacht habe, fühlt sich viel bequemer an :) Und die Taschen fehlen mir nicht. Die Länge habe ich entschieden so zu lassen, wie es im Schnittmuster vorgesehen ist. Normalerweise trage ich etwas kürzere Röcke, knapp überm Knie, habe aber gehört, dass Midi jetzt wieder im Trend ist und wollte es einfach ausprobieren. Laut Schnittvorgabe ist der unterste Knopf sehr hoch, so dass man vorne einen lange Schlitz hat. Für mich hat sich erwiesen: not safe for work. Im Büro kann ich mit so einer Schlitz nicht auf dem Stuhl sitzen, ohne mich nackt zu fühlen. Deswegen habe ich entschieden, einen kleinen Druckknopf weiter unten anzunähen. Den kann man ja aufmachen, wenn man irgendwo spazieren geht :)

Allgemein zu dem Schnittmuster: einige Sachen sind "für die Anprobe" gemeint. Zum Beispiel sind die Träger, die im Schnitt gegeben sind, offensichtlich zu kurz. Ich musste die Träger um rund 7 cm verlängern. Außerdem sind Position und Neigung der Träger sehr wichtig. Das halbfertige Kleid ist sehr schwer anzuprobieren. Die vordere Blende muss angenäht werden damit das Kleid halbwegs geschlossen werden kann. Sie wird aber erst zum Schluss angenäht, also muss man sie anheften und dann auftrennen. Die Länge der Gummibänder ist auch nicht gegeben, man muss sie auch irgendwie selbst bestimmen. Als Folge daraus sind ich meine viel zu kurz geraten, ca. 2-3 cm pro Ärmel wäre besser. Meine sind jetzt 21 cm lang.

Falls sich jemand von euch entscheidet, das Kleid nachzunähen, hier ist meine Empfehlung: das Kleid fällt ziemlich eng aus, deswegen entweder mit größeren NZ arbeiten oder sofort am Schnitt die Teile ausmessen und breiter machen. Die Träger sollen von Anfang an 10 cm länger geschnitten werden. Ich habe auf Instagram verschiedene Träger an diesem Kleid gesehen, was wahrscheinlich aus dem Grund passiert, dass man mit den Originalträger (in Länge und Breite) schwer klar kommt. Wenn man auf Nummer sicher gehen möchte, soll man einfach dünnere Träger zuschneiden, die oben mit einer Schleife gebunden werden. So vermeidet man Probleme mit Neigung und Länge.
Sonst ist es ein schönes feminines "erwachsenes" Kleid, das ich schon liebe. Wie alle meine selbstgemachten Kleider hat es einen eigenen Charakter und passt am besten zu bestimmten Situationen. Vor allem passt das Kleid zur Saison Sommer 2018, da solche Ärmelchen absolut im Trend sind. Der luftige Stoff gibt dem Kleid noch Pluspunkte bei heißen Temperaturen. Das Kleid zieht die Blicke auf sich, also wer nicht auffallen möchte, näht vielleicht was anderes :)
Schnitt: Asja von VikiSews in Gr. 40
Stoff: dünne satinierte Baumwolle von Karstadt
Fotos: meine

Ich habe in der letzten Zeit hier schon einige Schnittmuster von den russischen Labels gezeigt. Ich verstehe, dass es sie und auch die Videoanleitungen zur Zeit nur in der russischen Sprache gibt. Deswegen sind sie für die deutsche Nähcommunity, für die ich auch meinen Blog schreibe, von begrenztem Interesse. Trotzdem finde ich es wertvoll, einen Überblick zu verschaffen, was sich alles so in der Nähszene der anderen Länden abspielt. Russland war schon immer und ist immer noch das Land, in dem es viel genäht wird. Die Leute nähen selbst und lassen die Kleider maßanfertigen. Das ist zum Teil geschichtlich und zum anderen Teil durch die wirtschaftliche Situation bedingt. Falls ihr euch weniger Beiträge über die russische Nähszene wünscht, schreibt das bitte in den Kommentaren.

Dienstag, 26. Juni 2018

Ein Kleid mit Loch


Wie viele von euch sicher schon wissen, nähe ich mir momentan einen Trenchcoat mir der Onlineschule Grasser. Dieses Kleid wird von mir deswegen als Prokrastinieren von meiner eigentlichen Aufgabe betrachtet. Die Temperaturen draußen (und drinnen) sind so heiß, dass ich mich in so ein Oberbekleidungsstück für die Anprobe einfach nicht zwingen kann. Meine Gedanken sind beim Urlaub und Meer...

Zuerst war der Stoff. Wie bei vielen meiner Projekten, habe ich zuerst den Stoff gekauft und erst danach das passende Modell für ihn gefunden. Es passiert mir ziemlich selten, dass es andersrum ist: zuerst sehe ich das Modell und dann suche panisch und normalerweise am Anfang erfolglos nach dem passenden Stoff. Diesen Stoff, der als italienischer Designerstoff bezeichnet wurde, habe ich in den Stoffbergen von JP Stoffe Mörfelden gefunden. Der Druck ist etwas außergewöhnlich und macht eine Urlaubsstimmung. Die Qualität ist Krepp aus 100% Viskose - perfekt für ein Sommerkleid.

Das Modell zum Stoff hat sich ziemlich schnell gefunden. Zuhause habe ich eine ziemlich beeindruckende Kollektion der Burda-Zeitschriften und nähe, wie ihr sicherlich schon bemerkt habt, gerne etwas aus den älteren Ausgaben. Diesmal wurde ich auf der russischen Burdastyle-Seite für ein Kleid "mit Loch" auf dem Rücken inspiriert.

Modelle mit offenem Rücken sind für mich meist problematisch. Ich kann mir nicht vorstellen, keine Unterwäsche drunter zu tragen, deswegen scheiden die meisten Modelle bei mir sofort aus. Dieses Kleid hat aber die Öffnung die unter der BH Linie liegt - eine ziemlich ungewöhnliche Positionierung des "offenen Rückens". Zudem hat es einen VoKuHiLa-Rock, die jetzt seit ein paar Jahren wieder modern sind. 

Das Kleid war sehr schnell genäht. Etwas Geduld war wegen der Eigenschaften des Materials erforderlich. Der Zuschnitt und Zusammensetzung der Teile haben bei weitem nicht so genau geklappt, wie es z.B. bei einem Baumwollbatist der Fall ist. Aber von diesem Phänomen wusste ich schon und deswegen habe mir erlaubt, eine nicht ganz saubere Verarbeitung zu akzeptieren. Belohnt wurde ich von einem wundervollen Fall, den der Stoff anbietet. Der Rock, durch Kräuselung und hintere Länge, fühlt sich großartig an, wenn der kleine Sommerwind kommt. Perfekt für die Meerespromenade :) Naja, oder für unsere lokale Rheinufer.

Für die Arbeit ist dieses Kleid leider nichts. Die Öffnung so tief am Rücken wird definitiv nicht als professionell betrachtet. Das ist natürlich eine Vermutung, da ich es gar nicht gewagt habe, dieses Kleid auf die Arbeit auszuführen. Natürlich kann man einen längeren Blazer oder ein Jäckchen im klimatisierten Büro drüberziehen, dann hat man aber nicht viel vom Kleid übrig. Der VoKuHiLa-Rock will zum Spazieren getragen werden und nicht auf dem Bürostuhl knittern. Das ist meine Meinung dazu :)

Aus dem oben genannten Grund hatte ich das Kleid bis jetzt nur ein mal an, obwohl seit dem Fertigstellen schon einige Wochen vergangen sind. Ich nehme es aber unbedingt mit in den Urlaub und kriege dabei einen braunen Kreis auf dem Rücken :)
Stoff: Viskosekrepp von JP Stoffe
Fotos: meine

Montag, 21. Mai 2018

Eine Fake Chanel Jacke


In einem meiner Posts habe ich schon erwähnt dass ich eine richtige Haute Couture Chanel Jacke nähen möchte. Dafür habe ich mir sogar ein Buch von Clair Schaefer gekauft und sogar alle Materialien besorgt. Aber wie es mit solch langen Projekten ist... der Anfang zieht sich auch... Und da mir aufgefallen ist dass ich eine Kastenjacke zu all meinen Kleidern unbedingt brauche, entstand erst mal diese "Fake" Version davon, die ich jetzt sehr gerne fast jeden Tag anziehe.

Für diese Jacke habe ich mich wieder von dem russischen Label Grasser inspirieren lassen. Ich habe Fotos auf der Webseite gesehen und habe verstanden, dass ich so ein Basicteil unbedingt brauche. Die Jacke hat keinen Verschluss, keinen Kragen und ist deswegen sehr schnell zu nähen. Ich habe sofort entschieden, dass ich bei meinem ersten Versuch an der Jacke auf die Chanel-typischen Fronttaschen verzichte.

Die Schnittmuster von Grasser sind sehr professionell vorbereitet. Sie enthalten nicht nur alle Nahtzugaben sondern auch separate Schnitte fürs Futter. In der Vergangenheit habe ich durchs Rumprobieren verstanden, dass das Futter nicht einfach ein Duplikat des Oberschnittes ist. Je nach Kleidungsstück muss das Futter gewisse Zugaben enthalten, um den Oberstoff nicht zu verziehen. Auch die untere Zugaben des Futters sind bei Teilen mit Belegen nicht einfach nur kürzer als Oberstoff, sondern haben eine andere Form. Bei meinem Mantel musste ich die Zugaben selbst errechnen und die untere Form selbst ausarbeiten. Bei diesem Grasserschnitt habe ich einfach die Papierteile auf den Stoff gelegt, ausgeschnitten, mit Einlage verstützt und zusammengenäht. Das war wirklich sehr angenehm :)

Nach der Analyse meines Schranks habe ich verstanden, dass die Teile, die ich am meisten trage, so langweilige Basicteile in Schlichtfarben sind. Es war eine bewusste Entscheidung, sehr schlichte und möglichst zu allem passende Farbe zu wählen. Den Stoff habe ich von einem lokalen Laden meines Vertrauens :) Diesen Laden besuche ich immer wenn ich einen Anzugswollstoff brauchen. Die Brenn- und Fühlprobe hat ergeben: Wolle ist drin. Als Futter habe ich Venezia genommen. Reine Synthetik, doch versprochen, dass sie statisch nicht auflädt und eine edle Haptik hat. Der Preis ist auch nicht gerade niedrig, also habe ich entschieden, diesem Futter eine Chance zu geben.

Um eine Nummer sicher zu gehen habe ich ein Probeteil aus Nessel genäht. Die Passform fand ich auf den ersten Blick sehr gut. Die einzige Anpassung die ich gemacht habe ist das Versetzen des Brustabnähers 1.5 cm nach unten. Alles andere, inklusive die Länge und Armlänge habe ich so belassen wie im Schnitt vorgesehen. Hier muss ich erwähnen, dass die Schnitte von Grasser normalerweise für drei Körpergrößen angeboten sind. Diese Jacke jedoch nicht. Ich denke, dass sie für die "normale" Körpergröße von 168 cm konzipiert ist. Ein Glück, dass ich 168 cm groß bin :)

Wie ich schon erwähnt habe trage ich die Jacke jetzt sehr gerne zur Arbeit. Eine sommertaugliche farbenfröhliche Variante mit 3/4 Arm aus einem wunderschönen Boucle ist auch schon in Planung.

Mittlerweile hat mein Trenchcoatkurs begonnen und nimmt momentan meine ganze Nähaufmerksamkeit auf sich zu. Ich werde hier und auf Instagram ab und zu über mein Progress in dieser aufregender Aufgabe berichten. Ich wollte schon seit langem einen klassischen handgemachten Burberry-style Mantel zu haben und endlich geschieht es!




Schnitt: Nr. 76 "Chanel"-Jacke vom Grasser
Stoff: Wolltwill aus dem lokalen Stoffgeschäft
Rock und Bluse: vor Jahren gekauft :)
Fotos: meine

Dienstag, 20. März 2018

Sweet dreams

Pyjama nähen



Eigentlich ist dieser Pyjama gar nicht mein Typ. Ich bin eher so ein Jerseypyjamatyp. Kragen und Knöpfe an einem Pyjama fand ich immer ziemlich altmodisch. Warum ist dieser Pyjama dann entstanden?

Ich habe schon hier und da erwähnt, dass ich momentan einen sehr interessanten Kurs über Fashion-Illustration in einer Onlineschule mache. Die Schule heißt Grasser und ist eine russische Schule :) Ja-ja, dort gibt es auch deutsche Namen, und Grasser ist nicht anderes als der Nachname der Gründerin. Ich finde den Kurs und die Schule wundervoll. Sie haben übrigens auch eine gute Kollektion der modernen Schnittmuster. Irgendwann nähe ich mir so einen Trenchcoat (link). Leider ist ziemlich alles auf Russisch unterrichtet...

Ich war auf der Grasser-Webseite stöbern, als ich zwei Youtube-Videos (Teil 1 und Teil 2) gesehen habe. Auf den Videos war eine Schritt für Schritt Anleitung zum Nähen eines Pyjamas. Die Schnittmuster des Oberteil und der Hose sind auf der Seite zu erwerben. Ich habe mir die Anleitung angeschaut und habe sofort entschieden, dass ich Lust habe, so einen Pyjama zu nähen. Nicht zu haben, nicht zu tragen, sondern ich hatte Lust auf den Prozess des Nähens, was bei mir selten der Fall ist. Normalerweise bin ich hin und weg von der Klamotte :) Und das Nähen führt dazu, dass ich sie habe.

Im Video ist ein Baumwollstoff verarbeitet. Dieser Stoff ist meiner Meinung nach leicht zu verarbeiten. Man kann den eigenen Perfektionismus ausleben, wenn man will. Und ich wollte :)

In meinem Stofflager zuhause habe ich zwei Meter Baumwolle gefunden, die ich irgendwann gekauft habe, weil sie stark reduziert war. Manche von euch kennen das bestimmt: "Waaaas, der Stoff ist nur 3.99 pro Meter? Na dann muss ich zwei Meter mitnehmen!" Zwei Meter haben für diesen Zweiteiler aber nicht gereicht, eigentlich benötigt man drei. Deswegen habe ich noch Kombistoff dazu auch sehr günstig gekauft. Die Farben sind... naja.... Probestoff halt. Was kann ich sagen... der Pyjama sieht pyjamig aus.

So einfach zu nähen war der Zweiteiler doch nicht. Die Nähte sind teilweise nicht so perfekt geworden, wie ich es mir erhofft habe. So eine "ungefüllte" Paspel zu verarbeiten fand ich nicht leicht. Ein Millimeter nach links oder rechts - und schon sieht das Ding unordentlich aus.
Pyjama nähen

Was ist an diesem Pyjama toll fand, sind die doppelte Kappnähte. Man benötigt gar keine Overlock, nur die Nähmaschine zum Nähen. Alle Nähte sind innen sauber und geschlossen. So, wie es zu einem Nachtwäschestück eigentlich dazu gehört. Dadurch dass man alles mit der Nähmaschine näht, kann man den Pyjama perfekt bei einem Nähtreff nähen. Von der Zeit her ist das ca. ein Tag arbeit. Wenn man das Quatschen und Kaffeetrinken mit dazurechnet :)

Pyjama nähenEine Herausforderung war auch der Bund an der Hose. Das 4 cm breite Gummiband ist von beiden Seiten an eine Seite des Bundes festgesteppt. Danach wurde der Bund im gedehnten Zustand an die Hose festgesteppt. Die Mühe hat sich hier aber gelohnt. Der Bund sieht sehr schön aus und fühlt sich sehr gut an.Pyjama nähen
Ich habe mich sehr streng an die Anleitung gehalten. Auch den Schnitt habe ich gar nicht verändert.  Ich habe oben und unten die Größe 46 genommen. Die Grasser Schnitte sind nähmlich Einzelgrößenschnitte, d.h. man muss jede Größe einzeln kaufen. Dafür sind sie sehr günstig, ich habe für beide Teile knapp 3 Euro bezahlt. 
Pyjama nähen

Der Pyjama ist locker geschnitten. Vielleicht, werde ich beim nächsten Versuch die hintere Mittelnaht um 1-2 cm verlängern. Das liegt aber ein meiner Poform, eine häufige Änderung, die ich bei Hosen machen muss.
Pyjama nähen

Der Pyjama hat schon eine Nacht überstanden. Eigentlich fühle ich mich wohl. Der Stoff ist angenehm atmend und man fühlt sich auch am Morgen gut angezogen :) Der Stoff für die nächste Version ist auch schon gekauft. Schon wieder eine stark reduzierte Baumwolle, diesmal aber in einer für mich attraktiveren Farbe :)

Schnitt: Pyjama von Grasser, Gr. 46
Stoff: Baumwolle aus Karstadt
Fotos: meine

Pyjama nähen

Ich wünsche euch allen einen guten Start in die neue Woche und verlinke mich beim Creadienstag.





Dienstag, 27. Februar 2018

Softshelljacke "Susan"

Susan von Pattydoo

Eine ungewöhnlich lange Zeit ist seit meinem letzten Post vergangen, und ich komme mit keiner Entschuldigung dafür :) Der einzige Grund dafür ist, dass ich mich in der letzten Zeit einfach nicht so fotogen gefühlt habe. Passiert, oder? Die Kleider wurden fleißig genäht und einiges davon auch auf Instagram gezeigt. Aber jetzt komme ich wieder in die Spur und zeige heute meine Softshelljacke die schon letztes Jahr entstanden ist. Der Blogbeitrag wurde teilweise damals schon geschrieben, was den Vorteil hat, dass die Eindrücke vom Nähen noch frisch waren. Also, ich präsentiere meine...

Übergangsjacke für jeden Tag


Seitdem Ina von Pattydoo das Wort Softshell im August 2017 in ihrem Newsletter fallen ließ, wartete ich auf den neuen Schnittmuster sehnsüchtig. Zwei-drei Wochen vor dem Erscheinen hat sie ein Instagramfoto von der Jacke gepostet, und ich wusste schon: das ist das, was ich brauche. Es gibt andere Indie-Schnittmuster für Softshell, und auch in Ottobre gab es ein Modell “Everyday Wear”, dass ich sogar angefangen habe, doch ich wusste, dass wenn das ein Schnittmuster von Pattydoo ist, dann kommt es mit einer Videoanleitung raus und wird Schritt für Schritt wirklich einfach erklärt. Und so war es. Bei der Ottobre Jacke blieb ich schon am Anfang stecken: ich wusste nicht, ob ich die Nahtzugaben absteppen und versäubern soll, ob ich sie an den Rundungen einschneiden soll, ich hatte viele Fragen… Ich habe entschieden, auf das Video von Pattydoo zu warten. Das war eine richtige Entscheidung. 

Das Video ist ca. 1 Stunde lang und ist, wenn ich mich nicht täusche, das längste von allen Pattydoo Videos. In dieser Stunde ist die ganze Information zum Nähen einer Jacke reingequetscht. Ich denke, dass es sehr viele Stunden Arbeitszeit von mehreren Leuten hinter dieser Stunde Video verstecken. Es ist wirklich gut durchdacht. Ich habe mir das Video ein mal angeschaut und danach noch mal abgespielt und jeden Schritt wiederholt. Das ging richtig einfach. Nach meinem Boucle-Mantel war es ein echtes Vergnügen: schnell zugeschnitten, schnell genäht, schnell angezogen. Ich weiß es nicht, wieviele Stunden ich an der Jacke gearbeitet habe, weil ich fast jeden Abend 1-2 Nähte vor dem Schlafengehen genäht habe. Ich schätze, dass wenn man an einem Sonntag ca. Um 10 mit dem Zuschnitt beginnt, dann ist man zum Abendessen fertig :)

Ein Paar Tage vor dem Erscheinen des Schnittmusters kam ein Newsletter mit der Information über den Stoffverbrauch. Die angegebene Zahl, 290 cm für Gr. 40, kam nicht nur mir zu groß vor. Vor allem habe ich nur 170 cm gekauft… Darüber gab es eine große Diskussion auf Facebook. Sobald ich das Schnittmuster gekauft habe, habe ich alle Teile ausgeschnitten und sie auf mein Stoffstück gelegt. Ich habe mich für Gr. 38 entschieden, weil die anderen Pattydoo Schnittmuster in Gr. 40 mir zu groß waren.

Das Stück Stoff, dass ich hatte, war 176 cm lang und 145 cm breit und es passte nur der Saumbeleg nicht rein. Ich muss sagen, dass ich jeden Quadratcentimeter Stoff effizient genutzt habe :) Da ich mein Stoff in einem Laden vor Ort gekauft habe, bin ich nochmal dahin gefahren und noch ein kleines Stück von 30 cm gekauft. Das war das Mindeste, was sie abschneiden. Mir hätten 10 cm gereicht. Ich habe aber schon eine Idee, was ich mit dem Stoffrest mache :) Fazit: Stoffverbrauch bei Gr. 38 lag bei mir bei ca. 190 cm, also ein Meter weniger als angegeben. Ich bin froh, dass ich keine 290 cm gekauft habe.
Susan von Pattydoo

Zu dem Verarbeiten gibt es nicht viel zu sagen, im Video ist schon vieles gesagt. Für die Taschen habe ich zwei Stücke von einem endlosen Reißverschluss verwendet. Die Säume und die untere Kragenkante habe ich mit einem fertig gefalztem Schrägband versäubert. Insgesamt habe ich 3 Meter davon gebraucht. Der Softshell ließ sich ziemlich gut nähen, jedoch an zwei Stellen hatte ich ein Problem: meine Maschine hat Stiche ausgelassen. Nach einem kurzen hin und herprobieren, Nadelwechseln und im Internet Recherchieren habe ich verstanden, dass das passiert, wenn oben und unten die rechte Seite vom Stoff liegt. Zum Beispiel, beim Absteppen des Kragens an einer Nahtzugabenhälfte. Geholfen hat ein Stück von wasserlöslichem Stickvlies drunterlegen und drübernähen. Ich glaube, das würde auch mit einem Streifen Zeitungspapier genauso gut funktionieren. Das Problem war schnell verstanden und gelöst, was die Geschwindigkeit des Anfertigens dieser Jacke nicht beeinflusst hat. Und somit auch das Gefühl der Zufriedenheit, schnell und einfach ein sehr praktisches, schlichtes und gut aussehendes Kleidungsstück erstellt zu haben.

Die flauschige Seite des Softshells haftet beim Anziehen ein Bisschen an den Ärmeln des Pullis. Normale Futterstoffe sind nicht umsonst so glatt :) Dadurch dass der Stoff ein reiner Synthetikstoff ist, ist die Jacke auch nicht besonders warm, eher für den Übergang gedacht. Sie blockiert den Wind und fängt Nässe gut ab, jedoch für den Winter eindeutig zu dünn. Weil ich im Winter gerne friere, habe ich die Jacke bis jetzt nur 3-4 mal angehabt. Aber es wird auch bald wieder Frühling :)
Susan von Pattydoo

Die Passform finde ich ziemlich gut, obwohl ich das nächste mal doch meine gewöhnliche Größe 40 zuschneiden werde. Im Schulterbereich liegt meine Jacke schon ziemlich eng an, nicht so wie ich bei den Oberteilen gewohnt bin. Sonst hängt bei mir etwas Stoff auf dem Rücken über. Nach dem Berachten von den anderen genähten Susies habe ich verstanden, dass es ein verbreitetes Problem ist. In der Pattydoo Facebook Community sieht man Beispiele mit dem breiten Gummiband auf dem Rücken. Ich glaube, dass man am Schnittmuster in diesem Bereich nur begrenzt etwas Ändern kann, weil die Wienernähte nicht zu “gebogen” sein dürfen, sonst legen sich die Nahtzugaben von steifem Softshell nicht richtig rein. Das ist nur meine Vermutung, ich würde bei der nächsten Jacke den Rückenbereich lieber so lassen. Im sportlichen Stil, so zu sagen :)
Softshelljacke nähen

Der Schnitt von diese Jacke ist sehr gut durchdacht. Eine abnehmbare Kapuze, die an dem Kragen mit Kam Snaps befestigt wird, und die verschließbare Seitentaschen, der Untertritt am vorderen Reißverschluss - das alles deutet darauf hin, dass das Pattydoo-Team sich viele Gedanken um diesen Schnitt gemacht hat. Falls ich noch eine Softshelljacke brauche, wird es sehr wahrscheinlich wieder die Susan sein. Einfach aus dem Grund, weil sie alles hat, was ich von so eine Jacke erwarte, und dazu ziemlich einfach nachzunähen ist. Ich bin begeistert.
Softshelljacke nähen

Die Fotos sind beim Wandern entstanden. In Match und mit gefrohrenem Gesicht. Ich hoffe, dass man trotzdem etwas erkennen kann. Mein Fotograf hat sich wieder Mühe gegeben :)
Softshelljackenähen

Schnitt: Jacke Susan von Pattydoo
Stoff: Schwarzer Softshell mit hellgrauen Innenseite, vom Stofflager in Griesheim
Fotos: Meine

Ich wünsche euch allen einen schönen Anfang der neuen Woche und verabschiede mich … hoffentlich für eine kurze Zeit diesmal.
Softshelljacke nähen